Verschmutzung

Fakten

KG
Durchschnittl. Müll pro jahr pro kopf
0 %
Recyclingquote von Kunststoffverpackungen der Verbraucher (2017)
0 t
Max. (SCHÄTZUNG) ZUSÄTZLICHER, JÄHRLICHER PLASTIKBELASTUNG IN DEN MEEREN

Formen der Verschmutzung

Wir Menschen verschmutzen unsere Umwelt durch unser Handeln. Wir haben große Teile der Natur unwiederbringlich zerstört. Wir bedrohen Ökosysteme und haben viele Arten ausgerottet oder stark minimiert. Dabei verschmutzen wir unsere Umwelt auf verschiedene Wege durch Schadstoffe & Abgase, Abwässer, Emissionen und durch Müll. Unser Handeln trägt zudem durch Lärm- und Lichtverschmutzung zur Zerstörung der Umwelt und Artenvielfalt bei.

Boden- und Gewässerverschmutzung:

  • Durch Schwermetalle, Chemikalien & Pestizide in Böden und Trinkwasser werden unsere Böden und Gewässer verschmutzt. Allgemein besitzt das Trinkwasser in Deutschland eine sehr gute Qualität. Dennoch ist Wasserknappheit und ein Mangel an sauberem Trinkwasser weltweit ein großes Problem. 2.2 Milliarden Menschen haben keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser. Der Weltwassertag 2020 macht auf die Wasserkrise aufmerksam. Die Wasser- und Sanitärversorgung für alle zählen zu den erklärten UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung
  • Fehlende oder ineffiziente Recycling-Programme lassen Plastik im normalen Müll landen, an Straßenrändern, in Wäldern, in Flüssen und letztendlich in den Weltmeeren. Die konkreten Zahlen schwanken. Viele Tiere verenden aufgrund der Plastikbelastung. Auch Mikroplastik wird zu einer immer größeren Belastung für die Natur und auch für den Menschen. In 2017 wurden lediglich 13,8 % der Kunststoffverpackungen von uns Verbrauchern in Deutschland effizient recycelt. Aktuellere Zahlen sprechen von 15,6 %, die zu wiederverwendbarem Rezyklat verarbeitet werden. Tatsächlich sind die offiziellen Recyclingzahlen in Deutschland höher, ein Großteil wird aber lediglich verbrannt oder ins Ausland verschifft und trägt somit nicht zu wiederverwertbarem Material bei. Weitere Statistiken und Zahlen lassen sich beim Umweltbundesamt recherchieren.
  •  Luftverschmutzung:
    • Durch Feinstaub, CO2 und Ozon wird unsere Luft verschmutzt. Dies hat einen negativen Einfluss auf unsere Umwelt und unsere Gesundheit. Neben den von der WHO vorgeschlagenen Richtwerten, gibt es auch offizielle EU-Luftqualitätsrichtlinien.
    • Die Luftqualität in Deutschland hat sich in den letzten Jahren/Jahrzehnten deutlich verbessert. Das Umweltbundesamt zeigt auf, dass es in Deutschland keine Überschreitungen mehr gibt – gemessen an den EU-Richtlinien.
    • Es werden aber noch immer die Grenzwerte, die von der WHO empfohlen werden, überschritten. Eine besondere Herausforderung stellen dabei die deutschen Ballungsräume und Großstädte dar.
  • Lärmverschmutzung:
    • Wir sind fast dauerhaft von Lärmquellen, wie z.B. dem Verkehrslärm, umgeben.
    • Lärmverschmutzung beeinflusst unsere Gesundheit durch ein erhöhtes Stressempfinden bis hin zu Gehörschäden.
    • Technische Lärmquellen beeinflussen auch die Tierwelt. Sie beeinträchtigen z.B. die Kommunikation und Migration von Tieren, sowie die Ortung von Beutetieren. Ein bekanntes Beispiel ist z.B. Unterwasserlärm durch Schiffsverkehr,  Sonar und seismische Untersuchungen und die Bedrohung für Wale. Lärm beeinflusst auch das Verhalten von Tieren, ihre Wanderung und hat selbst Auswirkungen auf das Paarungsverhalten und die Aufzucht ihres Nachwuchses.
  • Der sogenannte Lichtsmog macht nicht nur astronomische Beobachtungen des Nachthimmels schwer, sondern hat auch negative Folgen für Flora und Fauna.
    Der Wachstumszyklus von Pflanzen gerät durcheinander, Zugvögel können
    sich bei zu viel Licht nicht mehr an lebenswichtigen Signalen
    orientieren, und nachtaktive Tierarten sind irritiert. In einem Artikel
    der NZZ heißt es, dass allein in Deutschland in einer Sommernacht durchschnittlich mehr als eine Milliarde Insekten
    an Straßenlampen verenden. Und auch für den Menschen ist zu viel Licht
    nicht gesund. Denn genau wie alle anderen Tiere brauchen auch wir
    Erholungsphasen in Dunkelheit.

Abfall & Kreislaufwirtschaft -
Müllvermeidung, Recycling & DIY

Wir Menschen können & müssen nachhaltig leben. Aber was bedeutet das? Ein nachhaltiger Lebensstil beruht auf einem respektvollen Umgang mit der Natur und einem schonenden und effizienten Umgang mit den natürlichen Ressourcen unserer Erde. Zu diesen zählen z.B. Wasser, Erde und Luft. Jeder Deutsche nutzt z.B. täglich 130 l Wasser im Haushalt; rechnet man zudem Faktoren, wie Landwirtschaft & Produktionsprozesse mit ein, kommt man auf sogar auf 5288 l. Generell unterscheiden wir erneuerbare und nicht erneuerbare Ressourcen. Erstere sind z.B. Produkte der Land- und Forstwirtschaft. Letztere sind z.B. Rohstoffe wie Kohle, Erdöle und Mineralien. Die Gewinnung, Weiterverarbeitung und der Transport (Import/Export) von Rohstoffen stellen eine große Belastung für unsere Umwelt dar. Hinzu kommt die Entsorgung ohne Rückführung der wiederverwendbaren Ressourcen.

Die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 zeigen auf, was sich die Weltgemeinschaft vorgenommen hat, um uns ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft zu sichern. Diese Ziele umfassen sowohl ökonomische, ökologische als auch soziale Aspekte. Hier kannst du dich informieren, was die Bundesregierung dafür tut, diese Ziele umzusetzen und zu erfüllen. Wir haben auch ein Video auf Youtube gefunden, in dem die 17 globalen Ziele von Kindern für Kinder erklärt werden.

Das Europäische Parlament setzt sich außerdem für das Konzept der Kreislaufwirtschaft ein. Das Konzept wird in diesem Video sehr anschaulich erklärt – weg von unserer Wegwerfgesellschaft und hin zu Entwicklung von langlebigeren Produkten, um Ressourcen zu schonen, Abfall zu minimieren und Ressourcen in den Kreislauf zurückzuführen.

RESSOURCEN SCHONEN

Mit deiner Ernährung tust du nicht nur deiner Gesundheit etwas Gutes. Du kannst dich auch für artgerechte Tierhaltung und eine ökologische Landwirtschaft einsetzen und damit Wasser, CO2 und Pestidize sparen.

Spare Wasser zu Hause und achte auf dein Konsumverhalten, denn jedes Produkt muss unter Energie-Aufwand produziert und transportiert werden.

Du kannst deine Mobilität verändern & CO2 einsparen.

Du kannst zu Hause und im Büro Energie einsparen, indem du Licht und unnötige Geräte ausschaltest & den Standby-Modus vermeidest.

BEWUSSTER KAUFEN

Kaufe bewusster ein & schone Ressourcen & schütze unsere Natur. Achte dabei z.B. darauf, wo Produkte hergestellt werden. Kaufe regional und saisonal, um Lieferketten kurz zu halten und CO2 einzusparen.

Überdenke deinen Konsum & Lifestyle. Ist der Einkauf zwingend nötig? Achte auf nachhaltige, faire & soziale Produkte. Wähle bessere & langlebige Produkte.

Teile & tausche Produkte anstatt sie neu anzuschaffen.

ABFALL VERMEIDEN & RECYCELN

Achte darauf wie viel Müll du produzierst und welcher Art. Setz dich aktiv dafür ein Müll zu vermeiden. Entsorge deinen Biomüll z.B. in der Biotonne oder auf einem Komposthaufen. Verzichte konsequent auf Einwegprodukte und -plastik.

Take away Produkte unterstützen uns in unserem hektischen Alltag. Bring deine Mehrwegverpackung mit oder wähle bedacht Läden mit nachhaltiger Verpackung aus.

Nutze Geräte länger. Lasse sie reparieren anstatt sie zu ersetzen.

Reduce, reuse, recycle:  Nutze Möglichkeiten in deiner Gemeinschaft - entsorge nachhaltig, tausche, kaufe second hand, nutze gemeinsam oder anders, do it yourself.

Impulse zum Thema Verschmutzung

 

1. Mach doch mal in deinem Viertel sauber und sammel Müll ein! Hierzu bedarf es keiner großen Vorbereitung. Wer eine Kneifzange hat kann sich „professionell“ ausrüsten – ansonsten reichen Müllsack und Handschuhe. Achtet dabei immer auf eure eigene Sicherheit. Wilder Müll kann zudem lokalen Ordnungsämtern & Abfallwirtschaftsbetrieben gemeldet werden. Neben lokalen Meldestellen und Apps, gibt es z.B. auch MÜLLweg! Hier kann man bundesweit kostenlos und ohne Registrierung wilden Müll melden. Müll sammeln lässt sich auch aktiv gestalten, z.B. beim Joggen (Plogging), Walken, Wandern oder auch beim Kanu fahren. Es gibt viele Gruppen, denen man sich anschließen kann, um gemeinsam (und derzeit corona-konform) Müll zu sammeln.

2. Nimm doch mal einen Stoffbeutel, anstatt vieler Einwegbeutel. Beachte dabei, dass ein Stoffbeutel nur dann ökologisch besser ist, wenn er auch wiederverwendet wird.  Denn auch ein Stoffbeutel muss produziert werden.

3. Benutze doch mal wiederverwendbare Verpackungen. Da man nicht alle Produkte ohne Verpackung hergestellt bzw. transportiert werden können, sollte man idealerweise auf wiederverwendbare Verpackungen achten. Auf viele Vorverpackungen kann man verzichten. Nutze z.B. Bienenwachstücher anstatt Frischhalte- oder Alufolie, Brotdosen für dein vorbereitetes Frühstück; Baumwollbeutel zum Kauf von Brötchen oder Obst.

4. Gehe doch mal in einem Unverpacktladen oder auf dem Wochenmarkt einkaufen. Verpackungsfrei einkaufen ist eine große Herausforderung. Für uns als Verbraucher ist es oftmals mit viel Aufwand verbunden die Orte und Läden zu finden, in denen verpackungsfrei eingekauft werden kann. Auf dem Wochenmarkt lassen sich viele frische, regionale und saisonale Produkte unverpackt erwerben. Unverpacktläden bieten die Möglichkeit viele Lebensmittel und Produkte unverpackt zu erwerben. Mehrwegbehälter wie z.B. Glasbehälter können mitgebracht werden und Lebensmittel werden in der Regel selbst abgefüllt und beim Bezahlen gewogen.

5. Bring doch mal dein altes Handy und deinen Elektromüll zum Sammelpunkt! Alte Elektrogeräte dürfen nicht mehr im Hausmüll entsorgt werden. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben um uns und unsere Umwelt zu schützen. Sammelstellen wie z.B. lokale Wertstoff- und Recyclinghöfe, sowie Elektrogroßmärkte nehmen Klein- und Großgeräte in der Regel kostenlos an. So können Schadstoffe fachgerecht entsorgt werden und Ressourcen wie z.B. Metalle nachhaltig recycelt werden. Es gibt auch einige Projekte, die du mit deinen Altgeräten unterstützen kannst, z.B. Handys für Hummel, Biene und Co oder Aktion Schutzengel.

6. Entsorge doch mal leere Batterien nachhaltig. Batterien gehören nicht in den Hausmüll. Ihre Entsorgung (auch Akkus) ist gesetzlich vorgeschrieben (BattG2). Bringe Altbatterien zu Wertstoff- und Recyclinghöfen oder nutze die speziellen Sammelboxen in Drogerien und Supermärkten. Das Umweltbundesamt gibt nützliche Tipps. Informier dich doch mal, wie du auf Batterien verzichten kannst und verlängere die Lebensdauer deiner Akkus durch dein eigenes Zutun.

7. Verzichte doch mal auf Einwegprodukte! Ab dem 03.07.2021 wird der Verkauf einiger Einwegplastik-Produkte in Deutschland verboten. Fang doch jetzt schon damit an, Einwegprodukte nach und nach aus deinem Alltag zu streichen. Ein guter Einstieg sind nachhaltige Mehrweg-To-Go Becher und Getränke in Mehrwegflaschen. Zu letzterem empfehlen wir auch den NaBu-Mehrweg Guide. Außerdem gibt es viele Mehrwegprodukte für den Haushalt und Hygieneartikel, z.B. waschbare Stofftücher, Reinigungstücher, Abschminkpads, Servietten, Taschentücher und vieles mehr.

8. Challenge doch mal deine Mülltrennung. Bei der Vielzahl an Verpackungsarten fällt es oftmals schwer, den Müll richtig zu trennen und zu entsorgen. Zudem nimmt es auch Zeit in Anspruch. Daher landet vieles fälschlicherweise in unserem Hausmüll. Dieser landet in der Verbrennungsanlage und Wertstoffe und Ressourcen gehen verloren. Neben der Gewissheit, dass ein hoher Prozentsatz unseres Mülls verbrannt oder exportiert wird, werden aber auch in Deutschland viele verschiedene Materialien getrennt und recycelt: z.B. Papier, Glas, Metalle und Kunststoffe.

Ein effizientes Recycling ist die Basis ressourcenschonend zu leben und Ressourcen immer wieder in den Stoffkreislauf einzubringen. Viele interessante Dokumentationen setzen sich mit den Themen der Umweltverschmutzung, der Mülltrennung, unserer Wegwerfgesellschaft und einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft auseinander. Es gibt dazu z.B. auch ein Recycling-Quiz vom NABU oder der Welt oder auch was für die Kleinen von Geolino. Als Hilfestellung für die Mülltrennung findet man im Internet auch Schilder zum Ausdrucken und Aufhängen / Aufkleben. Ein schönes Projekt ist es auch, diese gemeinsam mit der Familie selbst zu gestalten. Wenn die Kinder noch nicht lesen können, lassen sich auch Bilder auf die Schilder malen oder kleben. Denn auch Recycling will früh gelernt werden.

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