Konsum

Fakten

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Plastiktüten pro Minute
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neue Kleidungsstücke pro Person pro Jahr
0 +
Jährliche Online-Bestellungen
0
Konsumausgaben pro Haushalt pro Monat

Konsumgesellschaft Deutschland

Für die meisten Menschen bedeutet zunehmender Besitz ein Gefühl der Sicherheit und des Wohlstands. Kaufen macht Spaß und wir werden täglich durch Werbung animiert mehr zu konsumieren. Selten hinterfragen wir den getätigten Einkauf und wenn uns etwas nicht mehr gefällt, schmeißen wir es weg.

Es herrscht in Deutschland nicht mal während der weltweiten Krise ein Mangel an Konsumgütern. Dadurch haben wir uns daran gewöhnt, zu jeder Zeit im Laden oder online Produkte weltweit kaufen zu können. Dieses Verhalten geht jedoch erheblich zu Lasten der Umwelt, unserer Ressourcen und sogar unserer eigenen Gesundheit. 

Wir sind zu einer „Wegwerfgesellschaft“ geworden. Repariert wird nur noch selten. Neu kaufen ist ohnehin meist günstiger. Dies betrifft vor allem Kleidung, Elektrogeräte und Lebensmittel.  So werden beispielsweise laut Greenpeace von den 5,2 Milliarden Kleidungsstücken der Deutschen 40 % sehr selten oder nie getragen. Den Preis für die billigen Textilwaren in Deutschland zahlen andere. Die Textilindustrie, die überwiegend in Asien angesiedelt ist, hat einen immensen Wasserverbrauch und ist für eine hohe Wasserverschmutzung verantwortlich.  Bis zu 8000 Liter Wasser werden für die Produktion einer einzigen Jeans benötigt.  Zudem werden Hunderte giftige Chemikalien für die Produktion von Kleidung eingesetzt, die auch im Grundwasser landen. 

Nachhaltiger Einkauf hilft dabei, nicht unnötig Ressourcen zu verschwenden. Es gibt inzwischen viele Textilunternehmen, die Mode umweltfreundlicher produzieren, ressourcenschonende Verfahren und Rohstoffe einsetzen und kürzere Lieferketten haben. Ein neues nachhaltiges Kleidungsstück gibt dir ein besseres Gefühl als mehrere billig produzierte. Probier es doch mal aus! Wähle ökologische und faire Produkte mit einer besseren Langlebigkeit.

Konsum betrifft auch den Einkauf und Verzehr von Lebensmitteln. Viele Lebensmittel sind länger als angegeben haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf einem Produkt ist kein Verfallsdatum. Es gibt an, bis zu welchem Datum ein Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält und der Produzent haftbar ist. Tatsächlich sind Lebensmittel oft noch viele Tage nach Ablauf genießbar und gehören nicht in die Tonne. Beim nächsten Mal folgt doch mal der Devise „Ansehen, Riechen, Probieren, Genießen“, bevor ihr Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, ohne Weiteres entsorgt. 

Der bewusste Verzehr von Fleisch ist essentiell für unsere Umwelt. Der durchschnittliche Fleischkonsum liegt in Deutschland bei 60 kg pro Person pro Jahr. Der Verzehr von Fleisch, insbesondere aus Massentierhaltung, hat eine katastrophale Ökobilanz. Laut dem World Wide Fund for Nature (WWF) werden für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch 6,5 kg Getreide, 36 kg Raufutter und 15.500 Liter Wasser verbraucht. Um unter anderem Viehfutter anzubauen, werden zudem jedes Jahr rund 310.000 Hektar Regenwald gerodet. Dies entspricht der Fläche von ganz England. 

Einen Ratgeber für umweltbewussten und sozialen Konsum findest du beim Nachhaltigen Warenkorb.

Wir können als Konsumenten diese globalen Probleme sicher nicht alleine bewältigen, aber wir haben durch unseren Konsum erheblich viel Kraft die Welt zu verändern, alleine dadurch, dass wir achtsam und nachhaltig einkaufen! 

beDACHTER kaufen

Überlege vor jedem Kauf, ob du es auch wirklich brauchst.

Kaufe bewusster ein, schone Ressourcen & schütze unsere Natur. Achte dabei z.B. darauf, wo und wie Produkte hergestellt werden.

Kaufe regional und saisonal, um Lieferketten kurz zu halten und CO2 einzusparen.

Achte auf nachhaltige, faire & soziale Produkte. Wähle bessere & langlebige Produkte.

länger benutzen

Nicht sofort wegwerfen, sondern reparieren lassen, länger tragen oder benutzen.

Teile & tausche Produkte anstatt sie neu anzuschaffen.

Versuch doch mal Upcycling.

Wenn dir Produkte nicht mehr gefallen, dann werde doch mal kreativ. Male oder beklebe sie und erfinde dein eigenes, neues Design.

bewusster essen

Mit deiner Ernährung tust du deiner Gesundheit etwas Gutes & kannst dich für artgerechte Tierhaltung und eine ökologische Landwirtschaft einsetzen & damit Wasser, CO2 und Pestizide sparen.

Den Fleischkonsum reduzieren, saisonale und regionale Küche bevorzugen

Achte bei der Auswahl der Restaurants auf Nachhaltigkeit. Dies ist auch wichtig, wenn du dich aus Zeitmangel doch mal für einen Lieferservice entscheidest. Denn dabei wird in der Regel sehr viel Einwegverpackung genutzt. Viele Restaurants setzen aber auf weniger oder nachhaltige Verpackung.

Tipps & TRICKS

UM DEIN KONSUMVERHALTEN ZU VERÄNDERN

  • REDUCE, REUSE, RECYCLE
  • Überdenke bei jedem Einkauf, ob du die Waren wirklich benötigst und sie dich langfristig glücklich machen. Was dich nicht glücklich macht, kann weg (tausche, verschenke, spende).
  • Denk daran, dass du mit deinem Kaufverhalten ein Vorbild bist für deine Familie, Freunde, Kollegen und auch für Kinder. Wie und was wir heute einkaufen, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht!
  • Uns liegt sehr am Herzen, dass Lebensmittel nicht weggeworfen werden. Über die Hälfte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland fällt in privaten Haushalten an. Wenn du mal zu viel eingekauft hast, teile mit deiner Familie, Freunden, Nachbarn oder spende das Essen, bevor es ungenießbar wird. Die Initiativen 2good2go und foodshare retten ungewollte und überproduzierte Lebensmittel in Privathaushalten.
  • Fleischliebhaber werden überrascht sein, wie lecker und reichhaltig die vegetarische Küche ist. Außerdem ist ein gutes Stück Biofleisch etwas ganz besonderes. Kannst du dich daran erinnern, wann Fleisch das letzte Mal was besonderes war und man z.B. vom Sonntagsbraten gesprochen hat?

Konkrete Impulse zum Thema Konsum:

1. Kauf doch mal Brot vom Vortag! Immer mehr deutsche Bäckereien bieten übrig gebliebene Backwaren vom Vortag zu einem günstigeren Preis an. Jedes 5. Brot wird nicht gegessen. Wir tendieren dazu, Brot früher als notwendig wegzuschmeißen. Tu was gegen die Brotverschwendung und spare dabei Geld! Andere Lebensmittel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum naht, sind inzwischen in Supermärkten besonders gekennzeichnet und können ebenfalls vergünstigt gekauft werden. Achte doch mal darauf.

2. Iss doch mal saisonal! Du schützt die Umwelt, indem du regional und saisonal einkaufst. Weite Transportwege führen zu einer sehr hohen CO2-Belastung und für den Anbau von Obst und Gemüse in trockenen Regionen der Erde wird zudem übermäßig Wasser verbraucht. Früchte werden importiert und als frisch vermarktet, nachdem sie schon um die halbe Welt gereist sind. Ist es wirklich notwendig im Dezember frische Erdbeeren zu essen? Mach dich doch mal schlau im Saisonkalender für Obst, Gemüse und Salat und entdecke, welche vielfältige Auswahl jetzt gerade direkt vor unserer Haustür wächst. Ein bisschen Abwechslung auf dem Teller hat noch keinem geschadet.

3. Teile doch mal! Bevor du gut erhaltene Sachen wegschmeißt, denk doch mal drüber nach, sie mit Freunden/innen zu tauschen anstatt wieder was Neues zu kaufen. Ansonsten sollte gut erhaltene Kleidung an soziale Einrichtungen gespendet werden oder im SecondHand-Shop abgegeben werden. Für Bücher gibt es z.B. in vielen Städten Bücherschränke, in die ihr eure gelesenen Werke anderen verfügbar macht. So erfreut sich noch jemand daran!

4. Spende doch mal Kleidung an eine soziale Einrichtung!

Hast du auch schon mal aus einer Kauflaune heraus Kleidungsstücke gekauft, die du dann doch nicht angezogen hast? Viele von uns tragen Kleidungsstücke nur zweimal und werfen sie dann weg, um Platz für etwas Neues zu machen. Bevor du gut erhaltene Kleidung wegschmeißt, denk doch mal drüber nach, sie an soziale Einrichtungen, die Bedürftigen in Notsituationen mit Kleidung helfen, zu spenden. Bring deine Klamotten direkt zu lokalen Kleiderkammern anstatt sie im Altkleider-Container zu entsorgen. Hier findest du Kleiderkammern in deiner Nähe. 

Die Kirche, Bahnhofsmission oder die zuständige Arbeiterwohlfahrt sind weitere soziale Einrichtungen, die Kleiderspenden benötigen. Regionale Hilfsverbände kannst du auch bei deiner Stadt erfragen oder du nutzt die Plattform „Wohin damit“, die dir dabei hilft, für deine Sachspenden soziale Einrichtungen in deiner Nähe zu finden. 

5. Tausche mal Computerspiele gegen Brettspiele! Probier mal auf die Konsole und Computerspiele zu verzichten und spiele stattdessen Brettspiele.   

So verbringst du mehr Zeit mit deinen Lieben und sparst Energie, weil Computer und Fernseher aus bleiben. Außerdem macht Spielen echt Spaß!

Falls du mal ein Spiel selbst machen willst, findest du hier tolle Anregungen und Varianten für selbst gemachte Brettspiele.

6. Kauf doch mal gebraucht statt neu!

Alt ist das neue Neu!

Beim nächsten Einkauf überlege doch mal, ob es wirklich nötig ist, die Sachen neu zu kaufen. Käufe aus zweiter Hand sind auf Flohmärkten, in Second-Hand-Shops oder auch im Internet auf Portalen wie eBay Kleinanzeigen oder Kleiderkreisel unkompliziert möglich.

Sachen werden länger genutzt und man geht verantwortungsvoller damit um.

7. Kauf doch mal auf einem Wochenmarkt ein!

Wer regional einkaufen möchte, hat gute Chancen auf Wochenmärkten lokale Landwirtschaftsbetriebe und Gärtnereien aus der Umgebung zu finden.

Fragt doch bei den Marktständen mal nach, ob die Produkte tatsächlich vom Hof kommen und informiert euch, welcher Anbieter regionale Waren anbietet.

So kommst du mit den lokalen Anbietern in Kontakt und erfährst mehr über den Anbau der Lebensmittel, die du verzehrst. Durch die kurzen Transportwege regionaler Marktstände hilfst du zudem, CO2 einzusparen. 

Eine Übersicht über Wochenmärkte in Deutschland findest du in deiner lokalen Wochenzeitung oder hier. 

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